Hornissen auf dem Bienenstand

Die Schadwirkung der Hornisse wird auch von Imkern immer noch hervorgehoben. Es ist durchaus natürlich, dass Hornissen als "Raubinsekten" unter anderem auch Bienen fangen. So können sich z. B. einzelne Hornissenköniginnen zu Beginn der Volksgründung auf den Bienenfang vor der Flugfront von Bienenständen spezialisieren. In einem solchen Fall vermag eine Hornissenkönigin ab Ende Mai bis knapp Ende Juni täglich. 10 bis 15 Bienen für ihre Brut zu erbeuten.

Diese Zahl ist im Vergleich zu den um diese Zeit täglich schlüpfen 2.000 bis 3.000 Jungbienen eines einzigen intakten Bienenvolkes mit über 50.000 Individuen als unbedeutend zu bewerten (vgl. v. HAGEN. Aber auch einzelne Hornissenarbeiterinnen können später gelegentlich Bienen fangen.
Hornissennest in einem alten Hühnerverschlag

Bei den erbeuteten Bienen handelt es sich jedoch vorwiegend um" Sammlerinnen", die zum Zeitpunkt des Entwicklungshöhepunktes des Hornissenvolkes (August/September) ohnehin nicht mehr winterständig werden; diese Verluste bedeuten keine maßgebliche Beeinträchtigung einer Bienenpopulation, wie entsprechende Versuche (KOENIGER 1973, v. HAGEN 1979) ergeben haben. Die anderen umweltbedingten Bienenverluste (Witterung, Biozide, Verkehr, Vögel) liegen um ein mehrfaches höher.