Details zur Umquartierung und Umsiedlung von Hornissennestern

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Ziel jeder Umsiedlung muß es sei, ein Hornissennest vollständig zu erhalten und unter Einbeziehung aller Arbeiterinnen in einen neuen artgerechten Lebensraum zu verbringen. Die dabei zum Einsatz gelangen den Methoden können sich zwar im Detail etwas unterscheiden, doch sind stets folgende

Grundvoraussetzungen zu beachten:

Um eine Umsiedlung überhaupt durchführen zu können, muß in fast allen Fällen für die Bereitstellung eines geeigneten Nistkastens gesorgt werden.

Eine Umquartierung/Umsiedlung kleiner Völker ohne Königin im Juni/Juli ist zwecklos.

Sinnvoll ist es hingegen, große Völker etwa ab Mitte August auch bei nicht vorhandener Königin umzusiedeln- diese, kann schon zugrunde gegangen sein-, weil um diese Zeit bereits Geschlechtstiere auf gezogen werden können.

Der neue Lebensraum der Hornissen sollte mindestens 5 Kilometer vom alten Standort entfernt sein , da die Tiere sonst dorthin zurückfliegen.

Der neue Lebensraum muß sorgfältig ausgesucht werden. Besonders geeignet sind große Lichtungen und Waldsäume in Laubmisch-waldgebieten. Ungeeignet sind dagegen Standorte in dichten Baumbeständen (hier können sich die Tiere nicht genügend orientieren) und in reinen Buchen- oder Nadelwäldern, wo sie von Natur aus auch gar nicht vorkommen.Fangröhre für Hornissen

Konstruktion einer einfachen Fangröhre für Hornissen. Hergestellt aus einem Behälter einer Vogeltränke, einem Korken einem Holzstab und einer kleinen kreisrunden Pappscheibe.

 

Die Hornissen dürfen am neuen Standort keineswegs schlagartig freigelassen werden. Man verschließt zur Freilassung das Flugloch des Nistkastens mit einem durchlöcherten Blatt Papier; durch allmähliches Durch beißen befreien sich die Hornissen langsam und somit ruhig.

Erfolgt die Umsiedlung bei Nacht, darf die Freigabe des Fluges erst nach Eintritt völliger Helligkeit erfolgen. Anders als die Honigbienen fliegen die Hornissen nämlich auch bei Nacht von den Nistkästen ab. In einer ihnen noch fremden Umgebung sind sie jedoch in der Dunkelheit nicht zur Neuorientierung fähig und finden daher nicht mehr zum Volk zurück, sind also für das Volk verloren. Während der Einsperrung ist für genügend Luftzufuhr zu sorgen (Fliegendraht vor den Fluglöchern bzw. dem Flugschlitz).

Während der Umsiedlung muß mit dünner Zuckerlösung (z. B. 150 g Zucker auf 200 g Wasser) (1) gefüttert werden, um den Energie- und Flüssigkeitsbedarf zu decken. Kurz nach erfolgter Umsiedlung kann die Fütterung mit Zuckerteig (z. B. Apifonda", erhältlich im Imkereifachhandel) fortgesetzt werden. Der Zeitaufwand für die Fütterung kann dadurch verringert werden. Die Tiere überstehen so den für sie sehr energiezehrenden Eingriff und den damit verbundenen Stress besser und werden dadurch am neuen Ansiedlungsort zu Orientierungs- und Nahrungssuchflügen befähigt.

Hornissen an Apifondazuckerteig

Die Fütterung sollte die ersten 10 bis 14 Tage fortgesetzt werden. Durch Unterbrechung der Fütterung kann danach festgestellt werden, ob die Tiere in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Kommen sie z.T. mit vollem Sozialmagen (praller Hinterleib) zurück und wird während der folgenden Tage am Nest fleißig weitergebaut, ist alles in Ordnung. Dann kann die Fütterung eingestellt werden. Kommen die Tiere hingegen leer und matt von den Ausflügen heim und stellen sie die Bautätigkeit ein, muß die Fütterung wieder aufgenommen werden. Gewöhnlich können sich die Völker ab August selbst versorgen, wenn sie beginnen, Birken und Eschen zu befliegen und deren Saft an entsprechenden "Schälstellen" aufzunehmen.

Da Hornissen in der Dunkelheit durch Licht angelockt und irritiert werden, dürfen umzusiedelnde Völker nicht in die Nähe starker Lichtquellen verbracht werden; ein Mindestabstand von etwa 250 Metern ist einzuhalten.

Durch die Benutzung von Heißklebepistolen (Strom- oder Gas-Beheizung) können die notwendigen Klebearbeiten bei der Umlogierung der Hornissenwaben erheblich erleichtert werden.

1) Bei einer einzelnen Königin genügen 2 Km.

Den Zuckerteig können Sie bei Ihrem örtlichen Imker beziehen. Bitte verwenden Sie ausschließlich Apifonda- oder Ambrosiazuckerteige.

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