Der heutige Wissensstand hierzu
ist zutreffend in der "Allgemeinen und speziellen Pharmakologie
und Toxikologie", einem Lehrbuch für Studenten der Medizin, Pharmazie,
Biologie usw., dargestellt. Dort heißt es nach der Besprechung
des Honigbienen-, Wespen- und Hornissengiftes: "Keines der genannten
Gifte ist so toxisch (giftig), daß tödliche Vergiftungen des gesunden
Erwachsenen zu erwarten sind, selbst nicht nach zahlreichen Stichen.
Das gilt auch für das Hornissengift, zu Unrecht sagt man diesem
von der Ausrottung bedrohten Tier eine besondere Gefährlichkeit
nach. " (FORTH et al., 1983),

Die Aussage über die Hornisse können
wir nach mehrfachem Erhalt von Hornissenstichen und nach Beobachtung
der Reaktionen anderer Gestochener im Laufe unserer Beschäftigung
mit den Hornissen in Übereinstimmung mit anderen erfahrenen Autoren
vollauf bestätigen (vgl. u.a., KULIKE 1986, RIPBERGER/HUTTER 1992).
Auch Hummelstiche sind nach unserer ständigen Erfahrung
nicht gefährlicher als die Stiche der anderen einheimischen stachelbewehrten
Insekten.
Die
Gefahr bedrohlicher (d.h. evtl. krankmachender, nicht tödlicher) Giftwirkungen
nach Hautflüglerstichen besteht nach MÜLLER (1988) ab ca. 50 Stichen bei Kindern
und ab 100 -500 Stichen bei Erwachsenen. Ähnlich auch FÖRSTER/URBANEK (1992),
die von der gleichen Zahl (50) bei Kindern und 100 -200 Stichen der Honigbiene
bei Erwachsenen ausgehen. Eine so hohe Zahl von Insektenstichen kann jedoch als
extreme Ausnahme beim Nichtimker angesehen werden.
Wir können deshalb
sagen:
"Das Risiko, durch die Giftwirkung
von Insektenstichen bedrohlich geschädigt zu werden, liegt in der Praxis bei nahezu
Null, das Risiko, überhaupt gestochen zu werden, kann zudem durch angepaßt
- richtiges Verhalten erheblich reduziert werden."