Umquartierung einer einzelnen Hornissenkönigin mit ihrer Anfangswabe

Vorbemerkung:

Da die einzelne Königin besonders beansprucht ist, weil sie für die Bautätigkeit, die Brutpflege und die Aufrechterhaltung des Wärmehaushaltes ohne jede Hilfe selbst sorgen muß und dazu noch Eier produziert, sollten Umquartierungen und erst recht Umsiedlungen solcher Einzeltiere stets besondere Ausnahmefälle bleiben. Wenn dennoch wegen eines völlig ungünstig gelegenen Nistplatzes wirklich Maßnahmen notwendig sind, wartet man nach Möglichkeit wenigstens so lange ab, bis die Königin eine ausreichend große Wabe gebaut hat. Zwar sind viele Königinnen bereit ihre Wabe nach der Umlogierung in den Nistkasten auch dann wieder anzunehmen., wenn erst drei oder vier Zellen , gebaut und bestiftet sind.

Foto: H.v. Hagen

Die biegsame Klinge eines feinen Papierschneidemessers eignet sich gut zum schonenden Ablösen einer kleinen Hornissenwabe; die Nesthülle sollte hierbei unversehrt übernommen werden.

Gerade für Anfänger ist es jedoch sicherer, zu warten, bis ca. 10 Zellen entstanden sind. Das Zusetzen der Königin auf ihre umlogierte Wabe ist dann leichter, um die Königin nicht zu vergrämen, wartet man vor Beginn der Aktion zunächst ab, bis sie von ihrem Nistplatz abgeflogen ist, um Baumaterial zu holen oder Nahrung zu suchen. Bis die Königin wieder zurückkommt, ist die Umplatzierung der Wabe in den Nistkasten meistens schon beendet.

Zur Umquartierung schneidet man die Wabe direkt an der Anheftungsstelle mit einem feinen, biegsame Papierschneidemesser ab (Messer mit dickerer Klinge wie z. B. Taschenmesser, sind ungeeignet); dabei ist neben Schonung der zerbrechlichen Hülle unbedingt erforderlich, den Stiel in voller Länge zu übernehmen weil sich die Königin nämlich oben auf die Wabe um den Stiel zu legen pflegt, um so zu ruhen und gleichzeitig die Brut zu wärmen.

Foto: H.v.Hagen Hornissenkönigin wärmt ihre WabeKönigin legt sich um den Stiel der Anfangswabe und wärmt die Brut.

Sollte der Stiel in Ausnahmefällen abbrechen, ist es möglich die abgebrochenen Enden mit einem Tröpfchen aus der Heißklebepistole wieder aneinander zu fügen. Die Wabe wird nun an ihrem Stiel und der Nesthülle mit Heißkleber an der Decke Nistkastens angeklebt. Dazu stellt man den Nistkasten am besten zunächst auf den Kopf. Dabei ist darauf zu achten, dass die Sonne, nicht auf die Wabe scheint, weil es sonst zu Brutausfällen kommen kann.

Vom Ausflug zurückgekehrt sucht die Königin am alten Nistplatz intensiv nach ihrer Wabe. Sie tut sich gewöhnlich schwer, von selbst die Wabe in dem ihr noch fremden Nistkasten zu finden, auch wenn man diesen mit zunächst offener Tür am ehemaligen Nistplatz anbringt. Deshalb ist es am schonendsten für die Königin und am sichersten für das Gelingen der Aktion, die Königin abzufangen, sobald sie sich gesetzt hat, und sie dann ihrer Wabe zuzusetzen.

Es hat sich bewährt, die Königin bei der Gelegenheit mit Zuckerlösung zu füttern; sie bleibt dann ruhiger. Sowie sie auf der Wabe verharrt und sich dort zu putzen beginnt, hat sie die Wabe angenommen, und man verschließt die Fronttür. Nun muß sich die Königin durch das Flugloch auf den Kasten einfliegen. Die ersten Ausflüge der Königin sollten überwacht werden, um sicherzustellen, dass sie in dem ihr noch fremden Kasten auch ihre Wabe wiederfindet. Ggf. sollte das Flugloch nach dem Einfliegen der Königin in den Kasten wenige Minuten verschlossen und danach kurz kontrolliert werden, ob die Königin auf der Wabe sitzt. weiter.....