Vorbemerkung:
Da die einzelne Königin besonders
beansprucht ist, weil sie für die Bautätigkeit, die Brutpflege
und die Aufrechterhaltung des Wärmehaushaltes ohne jede Hilfe
selbst sorgen muß und dazu noch Eier produziert, sollten
Umquartierungen und erst recht Umsiedlungen solcher Einzeltiere
stets besondere Ausnahmefälle bleiben. Wenn dennoch wegen eines
völlig ungünstig gelegenen Nistplatzes wirklich Maßnahmen notwendig
sind, wartet man nach Möglichkeit wenigstens so lange ab, bis
die Königin eine ausreichend große Wabe gebaut hat. Zwar sind
viele Königinnen bereit ihre Wabe nach der Umlogierung in den
Nistkasten auch dann wieder anzunehmen., wenn erst drei oder vier
Zellen , gebaut und bestiftet sind.
Die biegsame Klinge eines feinen
Papierschneidemessers eignet sich gut zum schonenden Ablösen
einer kleinen Hornissenwabe; die Nesthülle sollte hierbei
unversehrt übernommen werden.
Gerade für Anfänger ist es jedoch
sicherer, zu warten, bis ca. 10 Zellen entstanden sind. Das Zusetzen
der Königin auf ihre umlogierte Wabe ist dann leichter, um die
Königin nicht zu vergrämen, wartet man vor Beginn der Aktion zunächst
ab, bis sie von ihrem Nistplatz abgeflogen ist, um Baumaterial
zu holen oder Nahrung zu suchen. Bis die Königin wieder zurückkommt,
ist die Umplatzierung der Wabe in den Nistkasten meistens schon
beendet.
Zur Umquartierung schneidet man
die Wabe direkt an der Anheftungsstelle mit einem feinen, biegsame
Papierschneidemesser ab (Messer mit dickerer Klinge wie z.
B. Taschenmesser, sind ungeeignet); dabei ist neben Schonung
der zerbrechlichen Hülle unbedingt erforderlich, den Stiel in
voller Länge zu übernehmen weil sich die Königin nämlich oben
auf die Wabe um den Stiel zu legen pflegt, um so zu ruhen und
gleichzeitig die Brut zu wärmen.
Königin
legt sich um den Stiel der Anfangswabe und wärmt die Brut.
Sollte der Stiel in Ausnahmefällen
abbrechen, ist es möglich die abgebrochenen Enden mit einem Tröpfchen
aus der Heißklebepistole wieder aneinander zu fügen. Die Wabe
wird nun an ihrem Stiel und der Nesthülle mit Heißkleber an der
Decke Nistkastens angeklebt. Dazu stellt man den Nistkasten am
besten zunächst auf den Kopf. Dabei ist darauf zu achten, dass
die Sonne, nicht auf die Wabe scheint, weil es sonst zu Brutausfällen
kommen kann.
Vom Ausflug zurückgekehrt sucht
die Königin am alten Nistplatz intensiv nach ihrer Wabe. Sie tut
sich gewöhnlich schwer, von selbst die Wabe in dem ihr noch
fremden Nistkasten zu finden, auch wenn man diesen mit zunächst
offener Tür am ehemaligen Nistplatz anbringt. Deshalb ist
es am schonendsten für die Königin und am sichersten
für das Gelingen der Aktion, die Königin abzufangen,
sobald sie sich gesetzt hat, und sie dann ihrer Wabe zuzusetzen.
Es hat sich bewährt, die Königin
bei der Gelegenheit mit Zuckerlösung zu füttern; sie
bleibt dann ruhiger. Sowie sie auf der Wabe verharrt und sich
dort zu putzen beginnt, hat sie die Wabe angenommen, und man verschließt
die Fronttür. Nun muß sich die Königin durch das
Flugloch auf den Kasten einfliegen. Die ersten Ausflüge der
Königin sollten überwacht werden, um sicherzustellen,
dass sie in dem ihr noch fremden Kasten auch ihre Wabe wiederfindet.
Ggf. sollte das Flugloch nach dem Einfliegen der Königin
in den Kasten wenige Minuten verschlossen und danach kurz kontrolliert
werden, ob die Königin auf der Wabe sitzt. weiter.....