Hat sich ein Hornissenvolk in einem
Vogelnistkasten an einer nicht akzeptablen Stelle angesiedelt,
könnte der Gedanke nahe liegen, einfach das Flugloch nachts zu
verschließen und den Kasten in den Wald zu bringen. Solch einfaches
Vorgehen wäre jedoch schädlich. Wie schon im Kapitel (Detail. Umsiedl.) (Detail.Umsiedl.)
erwähnt sind Hornissen auch während der Nachtstunden unterwegs;
es bliebe also ein Teil des Volkes zurück.
Auch
darf das Flugloch erst am nächsten Morgen bei völliger Helligkeit
geöffnet werden (vgl. (Detail.Umsiedl.). Dabei, muß darauf geachtet werden, dass der Verschluß des Kastens
luftdurchlässig ist.
Selbstverständlich müssen auch umgesiedelte
Völker in Vogelnistkästen stets mit einer Starthilfe in Form von
Zuckerlösung und Zuckerteig unterstützt werden.
In Einzelfällen kann es auch einmal nötig
werden, ein Hornissennest aus einem Vogelnistkasten in einen Hornissennistkasten
umzuquartieren.
Folgendes Vorgehen hat sich bewährt:
Bei kleineren Völkern hängt man den
besetzten Vogelnistkasten mit verschlossenem Flugloch gleich ab
und bringt an dessen Stelle einen leeren an. Alle flugfähigen
Hornissen werden mit der Fangröhre durch klopfen am Nistkasten
abgefangen und in einen Fangbehälter verbracht. Anschließend
wird die Königin mit der Wabe umlogiert und als letzte Maßnahme
werden die restlichen Flughornissen aus dem neu aufgehängten
"leeren" Kasten abgefangen (mit Fangröhre) und
ebenfalls dem Kasten mit der umquartierten Wabe zugeführt.
Völker die in einen anderen Lebensraum umgesiedelt werden,
müssen stets zugefüttert werden!
Bei stärkeren Völkern hält man
vor dem Abhängen des Vogelnistkastens zunächst einen Drahtkäfig,
wie in Kap. 5.2.4
beschrieben, mit seiner passend angebrachten, Öffnung in der Pappwand
vor das Nistkastenflugloch und lockt die flugfähigen Arbeiterinnen
in den Käfig, entweder durch behutsames Klopfen an den Nistkasten
oder durch Hineinblasen durch die Drahtwand des Käfigs in das
Flugloch. Auch diese Tiere müssen mit etwas Futter versorgt werden.
Nach Abschluß der Umlogierungsarbeiten stellt man Abfangkästchen
oder Käfig auf den Boden des Hornissennistkastens und gibt deren
Ausgangsöffnung frei, so dass die Tiere nach oben auf die Waben
laufen können.
Im Laufe der Umquartierungsarbeiten
kehren die restlichen noch draußen
gebliebenen
Flughornissen zum ursprünglichen Nistplatz zurück und sammeln
sich im dort angebrachten leeren Vogelnistkasten. Dieser Kasten
wird mit verschlossenem Flugloch und seinen Insassen in den für
die Umquartierungsarbeiten benutzten Raum gebracht. Dicht vor
dem Fenster läßt man die Hornissen an die Scheiben fliegen und
setzt sie von dort aus mit Hilfe des Fanggerätes - ihrem Volk
im Hornissennistkasten zu. Meistens muß man den Vorgang mehrmals
wiederholen, bis auch die letzten Arbeiterinnen ihrem Volk zugeführt
worden sind.
Während die Umlogierung des Wabenbaus
aus den üblichen viereckigen Vogelnistkästen aus Holz kaum Schwierigkeiten
bereitet, ist bei den Holzbetonausführungen wegen der schmalen
Frontöffnung anders: Hier müssen bei größeren Völkern die Waben
oft einzeln, herausgeholt werden. Sie müssen danach entweder mit
Hilfe künstlicher Stiele (passend bemessene 5-mm-Leisten, vgl.
Kap. 5.2.4)
wieder untereinander angebracht oder (bei instabilen Bauten) einzeln
auf 5-mm-Tragleisten aufgelegt werden. Zwar beziehen die Hornissen
auch diese Tragleisten ohne Schwierigkeiten in ihren Bau ein,
doch kann es oft einfacher sein, den ganzen Vogelnistkasten ohne
Fronttür im oberen Bereich des Hornissenkastens anzubringen (damit
die Hornissen ihren Wabenbau nach unten ausdehnen können). Eine
Seite des Vogelnistkastens sollte dann an einer Innenseite des
Hornissenkastens anliegen, damit die Hornissen über die Seitenwände
auf ihren Wabenbau laufen können. Freilassung und Fütterung im
Rahmen einer Umsiedlung erfolgen, wie in den vorangegangenen Kapiteln
beschrieben.