Umquartierung/Umsiedlung von Hornissenvölkern aus Vogelnistkästen

Hat sich ein Hornissenvolk in einem Vogelnistkasten an einer nicht akzeptablen Stelle angesiedelt, könnte der Gedanke nahe liegen, einfach das Flugloch nachts zu verschließen und den Kasten in den Wald zu bringen. Solch einfaches Vorgehen wäre jedoch schädlich. Wie schon im Kapitel (Detail. Umsiedl.) (Detail.Umsiedl.) erwähnt sind Hornissen auch während der Nachtstunden unterwegs; es bliebe also ein Teil des Volkes zurück. Foto: Frank Bierkamp   Hornissenvolk (Endstadium) in einem EulenkastenAuch darf das Flugloch erst am nächsten Morgen bei völliger Helligkeit geöffnet werden (vgl. (Detail.Umsiedl.). Dabei, muß darauf geachtet werden, dass der Verschluß des Kastens luftdurchlässig ist.

Selbstverständlich müssen auch umgesiedelte Völker in Vogelnistkästen stets mit einer Starthilfe in Form von Zuckerlösung und Zuckerteig unterstützt werden.

In Einzelfällen kann es auch einmal nötig werden, ein Hornissennest aus einem Vogelnistkasten in einen Hornissennistkasten umzuquartieren.

 

Folgendes Vorgehen hat sich bewährt:
Bei kleineren Völkern hängt man den besetzten Vogelnistkasten mit verschlossenem Flugloch gleich ab und bringt an dessen Stelle einen leeren an. Alle flugfähigen Hornissen werden mit der Fangröhre durch klopfen am Nistkasten abgefangen und in einen Fangbehälter verbracht. Anschließend wird die Königin mit der Wabe umlogiert und als letzte Maßnahme werden die restlichen Flughornissen aus dem neu aufgehängten "leeren" Kasten abgefangen (mit Fangröhre) und ebenfalls dem Kasten mit der umquartierten Wabe zugeführt. Völker die in einen anderen Lebensraum umgesiedelt werden, müssen stets zugefüttert werden!

Bei stärkeren Völkern hält man vor dem Abhängen des Vogelnistkastens zunächst einen Drahtkäfig, wie in Kap. 5.2.4 beschrieben, mit seiner passend angebrachten, Öffnung in der Pappwand vor das Nistkastenflugloch und lockt die flugfähigen Arbeiterinnen in den Käfig, entweder durch behutsames Klopfen an den Nistkasten oder durch Hineinblasen durch die Drahtwand des Käfigs in das Flugloch. Auch diese Tiere müssen mit etwas Futter versorgt werden. Nach Abschluß der Umlogierungsarbeiten stellt man Abfangkästchen oder Käfig auf den Boden des Hornissennistkastens und gibt deren Ausgangsöffnung frei, so dass die Tiere nach oben auf die Waben laufen können.

Im Laufe der Umquartierungsarbeiten kehren die restlichen noch draußen Arbeiterinnen während der Bautätigkeitder Wabenhüllegebliebenen Flughornissen zum ursprünglichen Nistplatz zurück und sammeln sich im dort angebrachten leeren Vogelnistkasten. Dieser Kasten wird mit verschlossenem Flugloch und seinen Insassen in den für die Umquartierungsarbeiten benutzten Raum gebracht. Dicht vor dem Fenster läßt man die Hornissen an die Scheiben fliegen und setzt sie von dort aus mit Hilfe des Fanggerätes - ihrem Volk im Hornissennistkasten zu. Meistens muß man den Vorgang mehrmals wiederholen, bis auch die letzten Arbeiterinnen ihrem Volk zugeführt worden sind.

Während die Umlogierung des Wabenbaus aus den üblichen viereckigen Vogelnistkästen aus Holz kaum Schwierigkeiten bereitet, ist bei den Holzbetonausführungen wegen der schmalen Frontöffnung anders: Hier müssen bei größeren Völkern die Waben oft einzeln, herausgeholt werden. Sie müssen danach entweder mit Hilfe künstlicher Stiele (passend bemessene 5-mm-Leisten, vgl. Kap. 5.2.4) wieder untereinander angebracht oder (bei instabilen Bauten) einzeln auf 5-mm-Tragleisten aufgelegt werden. Zwar beziehen die Hornissen auch diese Tragleisten ohne Schwierigkeiten in ihren Bau ein, doch kann es oft einfacher sein, den ganzen Vogelnistkasten ohne Fronttür im oberen Bereich des Hornissenkastens anzubringen (damit die Hornissen ihren Wabenbau nach unten ausdehnen können). Eine Seite des Vogelnistkastens sollte dann an einer Innenseite des Hornissenkastens anliegen, damit die Hornissen über die Seitenwände auf ihren Wabenbau laufen können. Freilassung und Fütterung im Rahmen einer Umsiedlung erfolgen, wie in den vorangegangenen Kapiteln beschrieben.