Zum richtigen Verhalten gegenüber Hummeln, Wespen,und Hornissen

Im Nestbreich

Wespen und Hornissen reagieren wie auch Honigbienen und Hummeln nur im Nestbereich auf ganz bestimmte Störungen, um ihr Volk samt Königin und Wabenbau zu verteidigen. Der Nestbereich umfaßt bei den kleineren Wespenarten ca. 2 - 3 m, bei der Mittleren Wespe nur 1-2 m, bei der Hornisse 3 - 4 m um das Nest herum. Er ist also kleiner als derjenige der Honigbienen, welche Störer in der Flugbahn noch in 10 -20 m Entfernung vom Stand angreifen können.

Damit ist das Verhalten der wildlebenden Insektenvölker berechenbar. Die Angaben über die Weite des Nestverteidigungsbereichs beziehen sich auf die voll entwickelten Völker. Schwache Völker haben nur einen geringen Verteidigungstrieb und der Verteidigungsbereich um das Nest ist stark eingeschränkt.

Grosses Hornissennest auf einem Dachboden Dieses große Hornissennest auf einem
Dachboden ließ sich aus nächster Nähebeobachten.

 

 

Auf welche Störungen reagieren nun die erwähnten Insektenvölker ?

Sie reagieren auf:

  • plötzliche Erschütterungen des Wabenbaues Klopfen, Stoßen)

  •  heftige Bewegungen;

  •  längeres Verstellen der Flugbahn;

  •  Anatmen der Tiere direkt am Nest, z.B. bei Nahbeobachtung


  •  Manipulation am Flugloch oder am Wabenbau;


  •  Betrieb eines Gerätes mit Verbrennungsmotor, z.B eines Rasenmähers.


  • Wobei es die Tiere sich auch an das Rasen mähen gewöhnen können, wenn dieses den gesamten Lebenszyklus durch geschieht.

    Tips für den Alltag

    Mit ruhig - gleitenden Bewegungen (etwa so, wie man sich dem Nest eines brütenden Vogels nähern würde, um diesen nicht zu verscheuchen) kann man auch den Nestbereich eines zuvor ungestört gebliebenen Insektenvolkes betreten und aus der Nähe das interessante Leben auf den Waben - etwa eines Wespen- oder Hornissenvolkes - beobachten.

    Schon mancher ist dadurch zum Freund und Bewunderer dieser Insekten geworden auch zum Imker. Stets ist es am besten, den "Nestbesitzern" den richtigen Umgang mit ihren Schutzbefohlenen vor Ort zu erklären und möglichst auch vorzuführen.

    Hornissenwächterin am Nesteingang
    D
    er Dank des Ratsuchenden ist Ihnen sicher er hat mit Ihrer Hilfe endlich die gewünschte Klarheit und damit auch Sicherheit gewonnen. Schärfen Sie ihm bei der Einweisung aber besonders ein, bei Beobachtungen aus der Nähe nicht in das Nest hinein zu atmen.

     

     


    Hornissenwächterin am Nesteingang

    Im Freien stellt man sich am besten gegen den Wind auf. Vor aufziehenden Gewittern oder Regenfronten können nicht nur Honigbienenvölker, sondern auch die wildlebenden Insektenvölker dicht am Nest eine leicht erhöhte Sensibilität gegenüber Störungen aufweisen.

    Als Ergebnis einer emotionslosen, dem Einzelfall angepaßten Aufklärung sollte den ratsuchenden Mitbürgern folgender Merksatz im Gedächtnis bleiben:

    Merke: "Wenn man erst einmal weiß, wo sich ein wildlebendes Insektenvolk befindet, kann man sich leicht durch eigenes richtiges Verhalten darauf einstellen und dadurch Stiche weitestgehend vermeiden."