Umquartierung eines gefährdeten Hummelnestes

Die Umquartierung eines gefährdeten Hummelnestes aus der Natur in einen vorbereiteten Hummelnistkasten:

Vorbemerkung:
Die Hummeln gehören bundesweit zu den besonders geschützten Tierarten. Die Umquartierung von Hummelnestern aus der Natur in einen Nistkasten sowie eine etwaige Umsiedlung der Hummeln in einen anderen Lebensraum sind daher nur erlaubt, wenn auf diese Weise die Hummeln vor einer drohenden Vernichtung oder einer anderweitigen Schädigung bewahrt werden können. Ausnahmegenehmigungen erteilen die zuständigen Naturschutzbehörden.

Der Nistkasten:
Material: Seiten aus 20 mm Fichtenholz, Boden und Deckel aus 20 mm formaldehydfreier wasserfester Spanplatte V 100

Hummelnistkasten mit Gang:

von oben gesehen

Hummelnistkasten ohne Gang:

von oben gesehen

   
von der Seite von der Seite
Innenmaße des Nistraums
(mit Gang):

1. Vobau bestehend aus einer etwa 5-8cm breiten u. ca. 10 cm langen Pappschachtel. (Flugloch Ø 2,5 cm)

2. Vorraum ca. 20cm tief und 30cm Innenhöhe. (Vorraum kann auch mit Kleintiereinstreu bis etwa Fluglochhöhe gefüllt werden.)
Der Laufgang Ø 2,5cm, soll aus einer stabilen Pappröhre bestehen; die Pappe saugt den Kot der Hummeln auf. Plastik und anderer nicht saugfähiger Kunststoff ist nicht optimal.

3. Nistraum sollte mindestens 35 x 35 cm messen. Fluglöcher an Kastenvorderwand u. Trennschied 2,5 cm Ø. Der Gang wird entsprechend angepaßt. Der Nistraum wird ca. bis Fluglochhöhe mit Kleintiereinstreu gefüllt. Die Polsterwolle wird diese in der Mitte leicht heruntergedrückt, so dass eine flache Mulde entsteht. Darauf wiederum kommt locker gezupfte Polsterwolle. Zuletzt wird noch ein etwa 1,5cm großes Eingangsloch gegenüber dem Flugloch mit dem Finger in Richtung der Eingangsbohrung hergestellt. (Dies soll den Mauslocheingang imitieren).

Innenmaße des Nistkastens ohne Gang:
35 x 35 cm Nistraum
sonstige Maße siehe Nistkasten mit Gang
Bezugsquellen Polsterwolle siehe unten:  

Der Vorbau am Hummelnistkasten kann aus einer stabilen Pappschachtel bestehen in die man leicht die seitlichen Fluglöcher und die erforderliche Klappe zum Zusetzen einer Königin sowie zur etwaigen Fütterung mit einem scharfen Messer einschneiden kann. Die seitlichen Fluglöcher und die Wand um diese Fluglöcher herum sollten mit etwas Moos verblendet werden, durch das man mit einem Finger in Loch zum Flugloch hin bohrt. Den so getarnten Nesteingang finden Parasiten weniger leicht. Auch die Hummeln bevorzugen versteckte Nesteingänge.

Manche Hummelköniginnen, vor allem solche von B. lucorum, zerren und kratzen in der freien Natur selbst eifrig tarnendes Material um und über ihren Nesteingang.

Zum Einlassen einer Hummelkönigin wird die Klappe am Vorbau geöffnet und die Königin mit Hilfe einer Ansatzröhre durch das Nistkastenflugloch in den Kasten gelassen.

Beide empfohlenen Nistkastenarten werden von geeigneten nestsuchenden Königinnen aller hier fliegenden Hummelarten angenommen vorausgesetzt, anderweitiger Lichteinfall als durch das Flugloch wird vermieden. Der Nistkasten mit Gang sollte, da erweiterungsfähig, vor allem für volkreichere Arten benutzt werden (B. terrestris, lucorum, (hypnorum), lapidarius).

Die Annahme des Nistkastens mit Gang ist noch etwas sicherer als die des Nistkastens ohne Gang. Nach erfolgter Besiedlung sollte der Gang mit dem Trennschied entfernt und der Vorraum mit Kleintiereinstreu aufgefüllt werden. Andernfalls wird der Gang im Laufe der Zeit zu stark bekotet, was aus hygienischer Sicht unerwünscht ist.

Als Dachabdeckung hat sich Onduline Wellteerpappe gut bewährt.

Bezugsquellen Material:
Biologische Kleintiereinstreu
Firma Hugro
Vertrieb Deutschland
Günter Leugers Grüner Weg 5
48268 Greven

Raiffeisenmärkte unbehandelter Kleintiereinstreu 7-8 Euro ca. 550 LIter

Unbehandelte Polsterwolle (Insektizidfrei)
Firma August Hasselberg
31061 Alfeld

(Alternativ zur Polsterwolle feiner trockener Rasenschnitt aus dem Vorjahr)