Ist alles sorgfältig geplant, geht
man mit dem für die Umquartierung vorbereiteten Nistkasten zum
Nistplatz. Sollte das Hummelnest in der Erde sein, gräbt man mit
dem Spaten vorsichtig dem Gang nach, wobei man immer wieder mit
dem Finger vorfühlt, in welche Richtung der Gang weiterläuft.
Vorher kann man vorsichtig in den Gang pusten, um sich zu vergewissern,
dass sich keine Hummeln im Gang befinden oder sich gar das Nest
schon in nächster Nähe befindet.
Fliegende Ackerhummel (Megabombus pascuorum
floralis) an einem Immergrünens Geißblatt (Lonicera heckrottii henryi).
Auf
das Pusten hin melden sich die Hummeln mit einem scharfen Verteidigungssirren,
so dass man über die Lage des Nestes informiert ist. Mit dem Spaten
gräbt man vorsichtig bis kurz vor die Nesthöhle. Danach wird das
Nest nicht etwa von oben freigelegt, weil dadurch zuviel Erde
auf das Nest fallen würde, sondern man untergräbt das Nest mit
Hilfe eines Messers, bis man schließlich mit einer Hand unter
das gesamte Nestmaterial fassen und das Nest vorsichtig herausheben
kann. Sollte das Nestmaterial von Wurzeln durchwachsen sein, schneidet
man diese vor dem Herausheben des Nestes mit einer Schere ab.
Nach dem Herausheben entfernt man
am besten einen Teil des oft verschmutzen Nestmaterials, besonders
unterhalb der von den Hummeln angelegten kleinen Nestkugel aus
Heu, die heil bleiben sollte, und bettet das Nest dann im Nistkasten
in die feine Polsterwolle ein. Dabei ist darauf zu achten, dass
das Nest auch aufrecht steht, so dass kein Nektar aus den Zellen
laufen kann.
Die von den Hummeln angelegte Nestkugel
plaziert man im Nistraum in die mit Polsterwolle ausgestattete
Mulde so, dass ihr Eingang zum Eingang des Nistraumes gerichtet
ist. Dann deckt man die Nestkugel noch mit etwas feiner Polsterwolle
ab, läßt aber den vorderen Teil der Nestkugel mit ihrem
Eingang frei, damit die Hummeln in der ihnen zunächst fremden
Polsterwolle ihr Nest mit seinem Eingang wiederfinden können (sie
zerren später selbst Polsterwolle über den freigebliebenen Teil
ihrer Nestkugel).