Erhaltung von Biotopen und Trachtpflanzenketten
besonders im zeitigen Frühjahr ist es wichtig, Trachtpflanzenketten
zu erhalten, da sonst beim Ausfall nur einer wichtigen Pflanzenart
die Hummeln keine Nahrung mehr finden und ganze Völker eingehen.
Wenn
im zeitigen Frühjahr durch einen Herbizideinsatz wichtige Wildkräuter
vernichtet werden, tötet man damit nicht nur die gerade auf ihnen
sitzenden Hummeln, sondern man gefährdet auch die Bestäubung der
Kulturpflanzen wie Leguminosen, die in der Trachtpflanzenkette
später als viele Wildkräuter erscheinen. Die Erhaltung von noch
bestehenden Biotopen bzw. die Schaffung von Ersatzbiotopen auf
Brachflächen (Böschungen, Gräben, Straßen- und Wegrändern) ist
eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Schutz vorhandener
Hummelvorkommen sowie für geplante Neuansiedlungen.
Nicht nur für die Hummeln wäre
es ein Gewinn, wenn der biologisch-ökologische Landbau weiter
ausgedehnt würde. Die damit wieder mehr gesundende Umwelt würde
uns allen gut tun. Die bereits erwähnten Hummelnahrungspflanzen
(s. Trachtpflanzenverzeichnis)
sollten auch gezielt und in guter Blühfolge in Gärten angepflanzt
werden. Früher oder später werden dann Hummeln zunächst nur zur
Pollen- und Nektarsuche diese Plätze aufsuchen und sich später
auch ansiedeln.
Dass in solchen Gärten keine Pestizide
mehr gespritzt werden dürfen, versteht sich von selbst. Wer auf
"englischen Rasen" nicht verzichten möchte, sollte aber doch ein
Stück Wildkräuterfläche belassen oder viele besonders als Hummelweide
geeignete Blütenstauden anpflanzen. Gemeinden und Landwirte sollten
dazu veranlaßt werden, auf brachliegenden Flächen, Weg-
und Feldränder Trachtpflanzen wie alle Schmetterlings- und Lippenblütler
auszusäen. Aus einer heute leider oft sehr trostlosen Landschaft
könnte so wieder eine farbenfrohere, lebensreichere Umwelt entstehen.
An
Strassenrändern könnten zahlreiche Biotope und Trachtpflanzen
erhalten bleiben, wenn die alljährlich im Winter stattfindenden
Salzstreuungen unterblieben. Zahlreiche Pflanzenarten ertragen
die so entstehende Salzkonzentration im Boden auf die Dauer nicht
und müssen eingehen. Mit ihnen verschwinden die speziell angepaßten
Organismen auch - Bioindikatoren für bestimmte Umweltzustände
sein. Wenn sie noch relativ unverseuchte Biotope finden, meiden
sie Bereiche und Trachtpflanzen, die mit Bioziden (Herbizide,
Insektizide und Acarizide) behandelt wurden, und solche, wo starker
Autoverkehr (Ausstoß von Benzpyren, Blei, CO und NO.) stattfindet.