Zusatzinformation

Zusatzinformationen zur Ansiedlung von Hummeln in künstlichen Holznistkästen.

Sollten Sie zunächst die Königinnen zur Einbürgerung in den beschriebenen Nistkasten noch nicht mit der ungeschützten Hand zusetzen wollen, wäre dies auch entweder mit Handschuhen oder mit einem Behälter möglich. Am ruhigsten bleiben die Tiere aber in der ungeschützten Hand, da sie sich in der Wärme wohl fühlen. Wenn Sie für Ihre Haltungszwecke nur Königinnen dem Nistkasten zuführen, die auf Ihrem Grundstück oder in dessen Nähe nach Nistgelegenheiten suchen, werden Sie auch die für Ihren Bereich geeigneten Arten ansiedeln können.

Phazelia ist eine sehr wichtige Trachtpflanze der HummelnSehr günstig für die Haltung und Erhaltung der Hummeln wäre es, wenn Sie auf ihrem Grundstück oder in dessen Nähe (bis ca. 400 - 500 m Entfernung v. Grundstück) geeignete Blütentrachtpflanzen anbauen könnten, so dass eine lückenlose Trachtpflanzenkette für die sehr unter dem Mangel an Trachtpflanzen leidenden Hummeln entstünde. Es sollten mindestens 3 - 4 Büsche bzw. Bäume der genannten Arten und ca. 750 - 1000 qm für die übrigen feldmäßig anzubauenden Trachtpflanzen für ca. 5 Völker berechnet werden.

Das Vorhandensein einer derartigen Trachtpflanzenkette macht im allgemeinen eine künstliche Fütterung der Hummeln überflüssig. Es ist immer besser, wenn sich die Tiere aus eigener Kraft zu erhalten vermögen; ich habe die sicher nicht ganz unbegründete Sorge, dass bei künstlicher Fütterung auf längere Sicht eine negative Auslese gefördert werden könnte.

Selbstverständlich sollten die Nachbarn auf die Einhaltung der Bienenschutzverordnung achten - sonst ist alle Mühe vergeblich. Gerade die Hummeln befliegen die Gartenbereiche besonders intensiv und sind daher dort beim unsachgemäßen Einsatz von Bioziden besonders gefährdet.

Für die Einbürgerung der Hummelköniginnen können noch folgende zusätzliche Hinweise gegeben werden:

1. Zur Annahme der Nistkästen ist das Vorhandensein einer Trachtquelle in der Nähe und geeignete Witterung erforderlich; hungernde Königinnen beziehen die Nistkästen nicht das ist z.B. der Fall bei länger andauernden Kälteeinbrüchen (Nordwetterlage), weil dann viele Trachtpflanzen die Nektarproduktion einschränken.

2. Die Abdeckung über dem Nistkasten sollte lichtdicht schließen.

3. Nach dem Einlaufenlassen der Königin in den Nistkasten sollte stets beobachtet werden (bitte mindestens 10 m Abstand vom Nistkasten halten und zusätzlich Deckung hinter einem Strauch o.ä. nehmen), ob die Königin auch einen Orientierungsflug ausführt. Führt die Königin keinen Orientierungsflug aus, können noch 1 bis 2 weitere Königinnen dem Nistkasten zugeführt werden. Sollten auch diese wegen mangelnder Eignung (krank, parasitiert, ungeeignetes Suchstadium, Hunger) den Orientierungsflug "verweigern", muß das Nestmaterial (Polsterwolle) herausgenommen und neu aufgelockert und zerzupft werden, bevor es wieder in die Nesthöhle eingebracht wird.