Sogenannte "echte" Wespen
(Unterfamilie Vespinae)
- 7 Arten (+ Hornisse)
Zum
Unterschied zu den Polistinen errichten diese Wespenarten um ihre Waben stets
eine schützende Nesthülle; die vollentwickelten Nester enthalten mehrere
Wabenteller. Die Volksstärke ist demzufolge größer als bei den
Polistinen.
Für Laien handelt es sich
bei diesen Wespenarten um "typische" Wespen, und nicht wenige Personen
neigen dazu, aus Sorge vor etwaigen Belästigungen jedes aufgefundene Nest
oder auch Einzeltier dieser Insekten vorsorglich zu vernichten.
Dabei
hat jede der genannten sieben "typischen" Wespenarten ihre ganz besondere
Eigenart, woraus sich für den Naturfreund ein ganz spezieller Beobachtungswert
ergibt.
Nur
zwei Arten können -vor allem in sogenannten Wespenjahren - zuweilen Belästigungen
und Schadwirkungen verursachen, nämlich die Deutsche Wespe (Paravespula
germanica) und die Gewöhnliche Wespe (Paravespula vulgaris). Eine pauschale
Verurteilung aller "echten" Wespen ist daher ganz verfehlt. Leider waren
noch zumindest bis vor kurzem auch viele Feuerwehren, Schädlingsbekämpfer
sowie andere Personen ohne weiteres dazu bereit, nahezu jedem Wunsch aus Kreisen
der Bevölkerung nach Vernichtung von Nestern der "echten" Wespen
bedenkenlos nachzukommen, und zwar auch dann, wenn bei objektiver Würdigung
- unter Berücksichtigung der betreffenden Art -Vernichtungsmaßnahmen
vollkommen unnötig gewesen wären.
Solche
Aktionen stellen sich aber eindeutig als Verstöße gegen die Vorschriften
zum allgemeinen Schutz wildlebender Tiere dar, welche es untersagen, wildlebende
Tiere und ihre Lebensstätten ohne vernünftigen Grund (bzw. unnötig)
zu töten bzw. zu zerstören. Möglichst weit sollte daher zumindest
verbreitet werden:
Alle sozialen Wespen, die ihre Bauten frei im Geäst von
Büschen oder Bäumen, unter Dachvorsprüngen oder Dachrinnen, in
Dachböden, Schuppen und Scheunen, Garagen sowie in Vogelnistkästen errichten
(sogen. Freinister) gehören zu Arten, von denen keine Belästigungen
ausgehen.
Schon
allein mit diesem Wissen könnten manche ungerechtfertigten Vernichtungsaktionen
und somit entsprechende Verstöße gegen die Naturschutzbestimmungen
verhindert werden; denn gerade die Freinister fallen infolge ihrer auffälligen
Bauten immer wieder unnötigen Bekämpfungsmaßnahmen zum Opfer.
Doch auch die nur unterirdisch nistende Rote Wespe (Paravespula rufa) sowie
die zuweilen unterirdisch nistende Waldwespe (Dolichovespula sylvestris)
werden niemals lästig. Für die soeben genannten Arten sowie für
die Freinister gilt im übrigen auch - wie bei der Hornisse - die Regel: "Wenn
man erst einmal weiß, wo sich ein Nest befindet, kann man sich gewöhnlich
leicht durch eigenes richtiges Verhalten darauf einstellen". Alle diese Wespenarten
fliegen bei der Nahrungssuche nicht in Wohnungen ein und befliegen auch nicht
die Menschen.
Die folgenden Artenbeschreibungen
sollen Interessierten zusätzlich helfen, sich über die sozialen Wespenarten
noch ein wenig näher zu informieren. Speziellere Hinweise finden sich in
der einschlägigen Fachliteratur (gute Abbildungen bei RIPBERGER & HUTTER
1992).