Gattung Dolichovespula:

Gattung Dolichovespula: D. media = Mittlere Wespe

Sie liegt in der Größe zwischen den kleineren Wespenarten und der Hornisse. Als typischeNest der Mittleren Wespe in einem  YasmingebüschFreinisterin baut sie ihre Nester gerne im Gebüsch oder im Gezweig von Bäumen, zuweilen auch außen unter vorspringenden Dächern. Die Königin ähnelt mit ihrer häufig bräunlich-gelben Zeichnung einer Hornisse, zumal sie die Größe einer Hornissenarbeiterin erreicht. Die Arbeiterinnen sind lediglich schwarz-gelb gezeichnet und größer als "normale" Wespenarbeiter-innen der übrigen Arten. Die Mittlere Wespe ist weder schädlich noch aggressiv, sie wird vor allem bei der Nahrungssuche niemals lästig, weil sie dabei nicht in menschliche Wohnungen einfliegt oder den Menschen befliegt, wie dies bei P. germanica und P. vulgaris der Fall ist (s. dort).

Wie die Völker der anderen Dolichovespulinen, gehen auch die Staaten der D. media relativ früh im Jahr, nämlich zwischen Mitte August und Mitte September, nach der Aufzucht der Geschlechtstiere ein. Wenn man seine Scheu nicht überwinden kann und die an sich leicht zu beobachtenden Völker von D. media nicht näher anschauen will, genügt ein Bogen von ca. 2 m um das Nest herum, um dort ohne jede weitere Vorsichtsmaßregel ungefährdet vorbeizukommen. Mit dem Schneiden einer Hecke oder einer Gebüschecke, in welcher sich ein D. media-Nest befindet, kann man bei gutem Willen leicht bis zum natürlichen Absterben des Volkes warten. Gegenüber Kindern kann der Nestbereich durch einen Zaun in ca. 2 - 3 m Abstand abgesichert werden. Eine Vernichtung von D. media-Nestern ist in den meisten Fällen unnötig und wäre daher ein Verstoß gegen die Vorschriften für den allgemeinen Artenschutz. Ebenso wie die Hornisse wurde auch D. media in die Rote Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen in der Bundesrepublik Deutschland unter der Kategorie 3 als regional gefährdet aufgenommen (BLAB et al. 1984).

Nest der Norwegischen Wespe in einem halb offenen HolzkastenD. norvegica = Norwegische Wespe

Kennzeichen: Rötliche Färbung seitlich an den ersten beiden Hinterleibsringen; fast nur Freinister, zuweilen auch außen oder innen an Schuppen, an Bretterstapeln, unter vorspringenden Steinen. Nicht lästig - hier gilt dasselbe wie das bereits bei D. media Gesagte. Noch nicht gefährdet.

D. saxonica = Sächsische Wespe
Eine unserer häufigsten Wespenarten; ihre Bauten hängen häufig frei in Schuppen oder Dachböden, sie kann aber auch offen im Gebüsch (frei im Geäst) und in Vogelnistkästen bauen. Sie wird immer wieder zu Unrecht mit den lästigen Wespenarten verwechselt bzw. gleichgestellt und vernichtet. Diese Wespe ist jedoch weder angriffslustig noch lästig bei der Nahrungssuche. Auch hier gilt: Wenn man erst einmal weiß, wo sich das Nest befindet, kann man sich leicht durch eigenes richtiges Verhalten darauf einstellen. So kann man z. B. im Abstand von ca. 2 - 3 m ohne weitere Vorsichtsvorkehrungen die Wäsche auf dem Dachboden ungefährdet aufhängen. Noch nicht gefährdet.

D. sylvestris = Waldwespe
Nistplatzwahl und Verhalten ähnlich wie bei D. saxonica. Nicht lästig bei der Nahrungssuche. Es gilt im übrigen dasselbe wie das bereits zu D. saxonica Gesagte. Noch nicht gefährdet. D. sylvestris nistet zuweilen auch unterirdisch in Mause- und Maulwurfsgängen; durch den Leingelben Kopfschild ohne Zeichnung (allenfalls ein angedeuteter Punkt) kann sie jedoch von den übrigen unterirdisch nistenden Arten unterschieden werden.